Atmen – was es ist, welche Arten es gibt und welche Bedeutung es im Yoga hat

Jan. 8, 2026 | Geist & Achtsamkeit, Körper & Bewegung, Tipps für Anfänger

Der Atem ist die grundlegendste Lebensfunktion, die wir automatisch ausführen, ohne bewusst darüber nachzudenken. In der Yogapraxis wird der Atem jedoch zu einem zentralen Werkzeug der bewussten Arbeit mit Körper und Geist. Die Art, wie wir atmen, beeinflusst unsere Energie, unsere emotionale Verfassung, unsere Stressreaktionen sowie das allgemeine innere Gleichgewicht. Ein bewusstes Verständnis des Atems ist ein wesentlicher Bestandteil von Yoga, Pranayama und Achtsamkeit.

Was ist Atmung und wie funktioniert sie?

Aus physiologischer Sicht bedeutet Atmen den Austausch von Gasen – die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid. Verantwortlich dafür sind vor allem das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur, die den Luftstrom in die Lungen ermöglichen.

Im Yoga geht Atmung jedoch weit über eine rein mechanische Funktion hinaus. Der Sanskrit-Begriff Prana beschreibt die Lebensenergie, die alles durchdringt. Pranayama bezeichnet die bewusste Lenkung und Regulierung des Atems, durch die der Energiefluss im Körper beeinflusst wird.

Grundlegende Atemarten in der Yogapraxis

In der Yogapraxis gibt es verschiedene Atemtechniken, die gezielt auf Körper, Geist und Nervensystem wirken:

Wechselatmung (Nadi Shodhana)
Diese Technik harmonisiert die Energiekanäle, beruhigt den Geist und unterstützt emotionale Ausgeglichenheit.

Ujjayi
Der sogenannte Ozeanatem fördert Konzentration, innere Stabilität und einen gleichmäßigen Atemrhythmus während dynamischer Asanas.

Kapalabhati
Eine reinigende und energetisierende Atemtechnik, die die Atemkapazität steigert und den Stoffwechsel anregt.

Bhastrika
Der Blasebalg-Atem aktiviert das Nervensystem und verbessert die Sauerstoffversorgung des Körpers.

Bhramari
Der summende Bienenatem wirkt stark stressreduzierend, beruhigt den Geist und löst emotionale Spannungen.

Alle diese Pranayama-Techniken unterscheiden sich vom automatischen Atem durch ihre bewusste Atemlenkung.

Atem als Grundlage einer bewussten Praxis

Atmen ist im Yoga weit mehr als eine automatische Körperfunktion. Es ist ein kraftvolles Werkzeug zur Transformation von Körper und Geist. Bewusstes Atmen reduziert Stress, stärkt das Nervensystem, verbessert die Konzentration und unterstützt eine nachhaltige innere Balance.

Schon wenige Minuten täglicher Atempraxis können das Wohlbefinden spürbar steigern und sowohl die Yogapraxis als auch den Alltag positiv beeinflussen.

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